Alltagsleben

Ernährung

Die Heimleitung achtet darauf, die Kinder abwechslungsreich und gesund zu ernähren. Dies gewährleistet sie durch Kauf oder Anbau heimischer Nahrungsmittel. Beispielsweise wird Mais auf dem Markt gekauft und anschließend in der regionalen Mühle gemahlen. Aus dem daraus gewonnenen Mehl stellt unsere Heimmutter Eunice Maisbrei her, den sogenannten Ugali. Außerdem werden Tiere gehalten, so dass der Speiseplan auch Fleisch und Eier enthält.

 

 

Medizinische Checkups

 Zweimal im Jahr werden die Kinder in dem nächstgelegenen Krankenhaus einem Arzt vorgestellt und untersucht. Er gibt den Mitarbeitern Tipps zur Ernährung bei Mangelerscheinungen, empfiehlt und besorgt Medikamente und zeigt den Mitarbeitern Erste-Hilfe-Anwendungen.

Durch den halbjährlichen Gesundheitscheck werden die Paten der jeweiligen Kinder einmal im Jahr schriftlich über den Gesundheitszustand ihres Patenkindes informiert. Im Großen und Ganzen sind alle Kinder wohlauf, und selbst die Kinder, die bei ihrer Ankunft im Kinderheim unter Mangelerscheinungen leiden, gewinnen durch die regelmäßige und gesunde Ernährung schnell eine gute körperliche Verfassung. 

 

 

Schulische Voraussetzungen

Die jüngeren Kinder besuchen die örtliche private Primary School. Die schulischen Lernbedingungen entsprechen nicht dem europäischen Standard. Als Lehrmittel stehen Tafel, Hefte und ein Bleistift zur Verfügung. In der Primary School werden acht Klassenstufen durchlaufen. Viele schulpflichtige Kinder werden von ihren Eltern aber nicht zur Schule geschickt, da das Geld oft nur für ein Kind reicht. Zwar sind die Schulgebühren bei staatlichen Schulen offiziell abgeschafft, der Schulbesuch bringt aber doch einige Kosten mit sich. So kommt es, dass häufig die Jungen in die Schule geschickt werden, die Mädchen aber zu Hause bleiben müssen. Sind die Eltern selbst an AIDS erkrankt, fehlt in der Regel  jegliches Geld für schulische Ausgaben. Manche der Kinder, die im Kinderheim aufgenommen werden, haben daher kaum die Schule besucht und müssen in einer Klassenstufe weit unten eingeschult werden, wie zum Beispiel ein Mädchen, das mit 13 Jahren in die zweite Klasse gehen musste. Ist die Primary School dann abgeschlossen, schließt sich die Entscheidung an, ob die Kinder eine Ausbildung machen oder auf eine weiterführende Schule gehen.  

Seit Beginn des Jahres 2009 gehen einige Schüler auf Secondary Schools in Internatsform, d.h. sie leben im Schultrimester dort und kommen nur an manchen Wochenenden und in den Schulferien ins Kinderheim. Andere Kinder gehen auf Secondary Schools in der Nähe und sind nur tagsüber in der Schule. In den meisten weiterführenden Secondary Schools sind die Bedingungen mit denen in der Primary School vergleichbar. Um unsere Kinder ihren Begabungen entsprechend auch auf Schulen mit höherem Niveau und einer besseren Lehrsituation schicken zu können, haben wir den sogenannten Bildungsfonds eingerichtet. Zeichnet sich schon auf der Primary School ab, dass die Kinder sich beim Lernen schwertun, haben sie die Möglichkeit, eine Ausbildung zu machen, etwa zum Schweißer oder zur Schneiderin. Auch viele dieser Berufsschulen sind als Internatsschulen ausgestaltet.