Rundbrief Juli 2008 vom Kinderheim

15 Juli 2008

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Einleitung
Zwei Begriffe möchte ich Euch heute vorstellen, die Christen häufig benutzen und die oft missverstanden bzw. falsch interpretiert werden. Ich rede von den Begriffen „dienen“ und „mit dem Herrn gehen“. Amos, einer der Kleinen Propheten in der Bibel, schreibt „Gehen etwa zwei Menschen miteinander denselben Weg, ohne sich vorher verabredet zu haben?“ (Amos 3:3).

Das ist eine rhetorische Frage, die die Menschen zum Austausch einlädt in und über unser alltägliches Leben mit dem Herrn und unserem Dienst für ihn. Manche Leute sehen unsere Arbeit mit den Kindern hier sehr kritisch und glauben, dass wir auf einen Holzweg geraten sind. Sie fangen dann an über uns, unsere Arbeit und unseren Glauben zu urteilen, darüber, was in unserer Arbeit wichtig und was unwichtig ist. Dabei vergessen gerade die Christen, dass alle berufen sind „für den Aufbau des Leibs des Herrn“, aber unterschiedliche Dienste zu erfüllen haben. So lesen wir es in Epheser 4, 16, dass jeder Teil des Leibes Anteil an der Ehre des Herrn erbringt.

Wie wir Euch schon in vielen Rundbriefen immer wieder erzählt haben, wird das Wohl der Kinder in der afrikanischen Lebensauffassung vernachlässigt. Auch in der Kirche steht die Zukunft der Kinder nicht im Vordergrund. Aber Gott selbst sagt, dass es eine der schönsten Aufgaben im Dienst des Herrn ist. Jesus selbst sagt: „Lasst die Kinder zu mir kommen.“ (Markus 10:14). Wir wollen dies in Ehren halten.

Das Kinder-Ferienlager April 2008
Zuallererst danken wir für die finanzielle und materielle Unterstützung, die wir für das Ferienlager erhalten haben. Möge Gott hierfür die Ehre erhalten. Viele Kinder kamen und wir hatten riesigen Spaß mit den Mitarbeitern, die von einer befreundeten Missionsstation – Diguna Tinderet – und von Kirchgemeinden im Umland mithalfen. Gott möge diejenigen segnen, die beim Camp mitgearbeitet haben. Das Camp ist sehr wichtig für uns, da es ein Weg ist, die Kinder mit der guten Nachricht von Jesus zu erreichen. Wie die Bibel sagt: „Erziehe dein Kind schon in jungen Jahren – es wird die Erziehung nicht vergessen, auch wenn es älter wird.“ (Sprüche 22,6).
Deshalb möchten wir den Kindern die Möglichkeit geben, zum Camp zu kommen und von Gottes Wort zu lernen. Lasst uns weiter motiviert sein für die Lehrer, Kinder und Unterstützer unserer Camps zu beten.

Bildung
Bei diesem Thema sagt jeder sein „Amen”, denn wir wissen alle, Bildung war schon von Anbeginn der Welt der Schlüssel zum Leben. Ein Mangel an Bildung bedeutet keine richtige Hoffnung für die Zukunft. Es ist unser Gebet und unser Anliegen, dass jedes Kind im Heim alle nötige Unterstützung bekommt, sodass es richtig zur Schule gehen kann. Wir dürfen sehen, dass dies zum Tragen kommt und viele unserer Kinder dieses Jahr ins Volksschul-Examen gehen können, um dann zu entscheiden in welche Richtung sie gehen wollen. Manche von ihnen werden mit der weiterführenden Schule weitermachen, während andere sich für eine handwerkliche Ausbildung entscheiden. Dies wird sich an der Punktzahl entscheiden, die sie erreichen.
Das bedeutet, dass wir unsere sechs Kinder für die Schluss-Examen der achten Klasse vorbereiten müssen. Dieses Jahr sind das Sam Robert, Gabriel, Joan, Joyce, Judith und Pamela. Allein aufgrund ihres Alters müssen sie bald das Heim verlassen, weil das Heim staatlichen Bedingungen unterliegt, die ein Höchstalter vorsehen. Wir danken Gott für seine Führung und seinen Schutz im Leben dieser Kinder, besonders was ihre Bildung angeht. Möge Gott euch alle segnen, die ihr zu einer guten Bildung beitragt.

Das soziale Miteinander im Heim
Die Grundlage des gemeinsamen Lebens verdient besondere Aufmerksamkeit. Das soziale Miteinander im Heim hängt völlig davon ab, wie die Kinder großgezogen werden. Die Charakterbildung eines Kindes bestimmt sich danach, womit sie sich – abhängig von ihrem Alter – beschäftigten, was ihr Denken füllt. Die Kinder sind hier nicht nur den Einflüssen im Heim, sondern auch von außerhalb ausgesetzt. Wir wissen, dass unsere Kinder von heute auf morgen in schlechte Gesellschaft geraten können, sich vor allem auch in der Schule auf die falschen Freunde einlassen können. Wir versuchen, in unseren Routinegesprächen mit den Jugendlichen und allgemein im Gespräch zu thematisieren und Einfluss zu nehmen. Wir beten für mehr ehrenamtliche Helfer, insbesondere um einen weiteren Betreuer, der sich mehr um die Jungs kümmern kann, so wie unsere Mitarbeiterin Helen für die Mädchen zuständig ist. Solange geben wir das Beste, was man mit drei Betreuern geben kann, und sind froh, dass Lamech, ein befreundeter Student, manchmal während der Ferien herkommt und Zeit mit den Jungs verbringt.

Gesundheitszustand im Heim
Was die Gesundheit betrifft, sind wir wirklich sehr froh – wir hatten kaum noch gegen Malaria-Erkrankungen zu kämpfen wie in früheren Monaten. Nur ab und zu hatten einige der Kinder Husten, was am Wetterumschwung und dem vielen Staub in der Luft lag. Dass sich die Malaria-Rate so verbessert hat, liegt daran, dass wir Vorbeugemaßnahmen ergriffen haben, anstatt erst die Krankheit zu behandeln. Jedes Kind schläft unter einem Moskitonetz, und das zahlt sich nun aus. Wir danken Gott dafür. Im Moment hat der Doktor allerdings drei Kinder im Auge, die er wegen möglicher Herzprobleme untersuchen möchte: Violet, Joshua und Felix. Sie müssen dazu einer Herzuntersuchung in die nächstgelegene Großstadt Kisumu, in das Agakhan Krankenhaus. BITTE betet für die drei!!!

Ungeduldiges Warten auf unseren neuen Freund
“Wann kommt er endlich, Papa?” fragt mich jedes Kind. Sie wollen alle den neuen Toyota Bus sehen und am liebsten gleich reinklettern und einen Ausflug machen. Wir danken Gott für alle Anstrengungen, die unsere deutschen Freunde, ob aus Gemeinden und Kirchen, aus anderen Einrichtungen und Einzelpersonen unternommen haben, um den Kauf dieses Gebrauchtwagens zu ermöglichen. Ehre sei Gott! Wir werden den Bus für das Kinderheim einsetzen, so wie wir es den Spendern schulden und wie wir es mit dem deutschen Verein vereinbart haben. Wir danken dem Team von Diguna, besonders dem Deutschen „Chanda“,  der für uns den Bus gesucht und gekauft hat. Der Bus befindet sich wohl schon in Nairobi, wir erwarten ihn jeden Tag.

Danksagung

  1. Wir danken Gott für seine Fürsorge für das Heim.
  2. Gott sei Dank, dass während der politischen Unruhen am Jahresanfang niemanden von  uns etwas passiert ist.
  3. Dankt Gott mit uns, dass wir bald den lang erwarteten Bus haben werden.
  4. Dank sei Gott dass unsere kleine Batterie und unser Laptop (für die Buchhaltung) uns zuverlässig dienen.

Gebetsanliegen

  1. Betet für die Kinder, die dieses Jahr die Examen der achten Klasse machen: Sam, Joan, Joyce, Judith, Gabriel und Pamela.
  2. Betet dafür, dass sich für diese Kinder die richtige weitere Ausbildung findet und dass genug Mittel dafür zur Verfügung gestellt werden.
  3. Betet für eine gute Zukunft des Kinderheims.

Gott segne euch,
eure Nazareth Familie
Samson Agengo
(Direktor)