Rundbrief vom Kinderheim im Juli 2009

24 Juli 2009

Hier ist der aktuelle Rundbrief vom Juli 2009 aus dem Kinderheim in Kenia.

Es gibt diesen Newsletter auch als PDF Datei zum Herunterladen.

 

Liebe Freunde! 

Seid ganz lieb gegrüßt! Wir hoffen, es geht euch allen gut. Wir sind wohlauf und wollen euch hiermit unseren Newsletter zur Jahreshälfte schicken. 

„Jesus is a rock in the weary lands, a shelter in the time of storm.“ („Jesus ist ein Fels in einem abgekämpften Land, ein Schutz in den Zeiten des Sturms.”) Diese Worte stammen aus einem schönen Lied, das wir hier oft singen. Die Nazareth Familie erfährt die Wahrheit dieses Liedes im Leben jedes Einzelnen und auch im Kinderheim allgemein. Wir preisen Gott für seine liebevolle Güte. Seit das Kinderheim Ende letzten Jahres nach Rangwe umgezogen ist, haben wir Gottes Treue erlebt, und wie er seine Versprechen hält, so wie es in Philipper 4, 19 geschrieben steht: 

„Mein Gott aber wird ausfüllen all euren Mangel nach seinem Reichtum in der Herrlichkeit in Christus Jesus.“

Als wir nach Rangwe zogen, war unsere größte Sorge, wie wir an Wasser kommen sollten. Seit 18 Jahren war hier ein Wasserversorgungsprojekt in Planung – und im Februar 2009, kurz nach unserem Umzug, wurde das Projekt fertig gestellt. Jetzt können wir Wasser aus einem Wasserhahn holen, der nur 200 Meter entfernt ist. Dank Eurer Spenden konnten wir außerdem einen 4000-Liter-Wassertank kaufen. So sind wir jetzt in der Lage, in der Regenzeit viel gutes Wasser direkt auf unserem Gelände aufzufangen. 

Ein zweites Problem war die fehlende Beleuchtung in den Häusern hier in Rangwe. Die Solarzelle, die wir in Sondu nutzen konnten, mussten wir dort lassen. Hier am Äquator wird es jeden Abend gegen 18.30 Uhr dunkel, und die Kinder konnten abends keine Schularbeiten mehr machen. Seit letztem Monat haben wir dank weiterer Spenden einen Stromanschluss an das örtliche Stromnetz. Jetzt können die Kinder auch noch abends Hausaufgaben machen oder etwas lesen. Das entspannt den ganzen Tagesablauf sehr. 

In all diesen Ereignissen sehen wir Gottes Segnen und es gibt uns Kraft für jeden einzelnen Tag.  Wir danken Gott und allen Freunden, die mitgeholfen haben, dass der Umzug nach Rangwe von Erfolg gekrönt ist. 

Die geistliche und soziale Entwicklung im Heim

Eine Gesellschaft, die von Respekt und Ordnung geprägt ist, ist für uns alle erstrebenswert. Wir sehen es als den Willen Gottes an, dass wir eine Gemeinschaft mit guter Moral sein sollen, und dass unser Leben hier auf Erden ein Ebenbild des Lebensstils Jesu Christi sein soll. Wir sind überzeugt davon, dass dies nur möglich ist, wenn wir uns selbst am Wort Gottes und am Blut Jesu Christi messen lassen. Auf dem Weg, ein gewissenhafter Mensch zu werden, gibt es keine Abkürzung, sondern dieses Ziel erreichen wir nur, wenn wir dem Beispiel Jesu folgen. So versuchen wir, das Wort Gottes immer wieder in den Fokus der Kinder zu stellen, damit sie ihr Leben besser meistern können. 

Deshalb legen wir großen Wert auf die Sommerlager während der Ferien. Außerdem ermutigen wir die Kinder, in die Sonntagsschule zu gehen und mit uns gemeinsam jeden Abend zu beten und zu singen. Wir wissen sehr wohl, dass unsere Kinder mit anderen Kindern in Kontakt sind, die keinen christlichen Hintergrund haben. Wir wünschen uns, dass nicht sie unsere Kinder beeinflussen, sondern dass unsere Kinder die anderen mit dem christlichen Lebensstil in Kontakt bringen. Bitte betet für unsere Vorbereitungen für das Sommerlager vom 09. bis 16. August 2009. Dieses Ferienlager verbringen wir auf dem Gelände des Rainbow Kinderheims in Tinderet bei einer befreundeten Missionsstation. Außerdem danken wir Gott für die Mitarbeiter aus dem Jugendwerk Entringen, die uns in dieser Zeit besuchen und das Ferienlager mitgestalten. Wir beten dafür, dass sie eine gute Reise hierher haben und mit uns eine gute Zeit erleben.

Bildung und Erziehung im Heim 

Im Moment machen wir uns große Sorgen um die schlechten Zeugnisse unserer Kinder in der Grundschule. Bei der letzten Besprechung unseres Kinderheim-Gremiums haben wir viel darüber geredet, wie wir ihnen helfen können, ihre Schulleistungen zu verbessern. 

An den Schulbüchern sehen wir, dass teilweise wochenlang das ein oder andere Fach gar nicht unterrichtet wird. Die Lehrer verbringen teilweise gar keine Zeit in den Klassen und geben überhaupt keinen Unterricht. Viele der staatlichen Lehrer nehmen ihre eigenen Kinder aus der Schule, in der sie selbst unterrichten, und verlieren so jeglichen Anreiz, guten Unterricht durchzuführen. Wenn dann die Prüfungen anstehen, ist es nahezu unmöglich, gut abzuschneiden. Eigentlich sollten die Kinder schon in der Vorschule auf das Lernen in der Schule vorbereitet werden, doch auch hier werden ihnen kaum die notwendigen Grundlagen und Fähigkeiten beigebracht. Wenn die Eltern der Kinder es wagen, auf diese Missstände und das Fehlverhalten der Lehrer hinzuweisen, wird es für die Kinder noch schwerer, weil sie dann erst recht unter den Lehrern zu leiden haben. Die Eltern sind also recht machtlos. 

Glücklicherweise gibt es hier in der Nähe eine Grundschule unter der Leitung eines Deutschen, in der die Schüler gut unterrichtet werden. Wir im Leitungskreis beten dafür, dass wir unsere Kinder dorthin schicken können. Es erscheint uns als die einzige Lösung, die schulischen Leistungen der Kinder zu verbessern. So hätten sie auch keine Entschuldigung mehr, wenn sie schlecht in der Schule abschneiden. Bitte betet hier für Gottes Unterstützung und Fürsorge. 

Anstehende Projekte 

Wir sind dankbar für all die Veränderungen, die das letzte halbe Jahr uns an unserem neuen Standort gebracht hat. In diesen sechs Monaten haben wir schon viele Dinge mit Gottes Hilfe erreicht. Dennoch sind wir nach wie vor auf unserem privaten Grundstück untergebracht, d.h.  auf dem Grundstück der Familie Agengo. Bevor wir Sondu verlassen haben, haben wir mit dem deutschen Verein – Nazareth Kinderheim Kenia e.V. – eine Vereinbarung vor dem Notar abgeschlossen, mit der wir uns verpflichtet haben, innerhalb des Jahres 2009 ein neues Grundstück zu finden und dort ein neues Kinderheim aufzubauen. Es war nicht leicht, aber schließlich haben wir vor einem Monat ein geeignetes Stück Land gefunden und uns mit dem Eigentümer einigen können. Nun steht – neben der Restzahlung des Kaufpreises – als nächstes die Umzäunung des Geländes an, damit wir es bald nutzen und bebauen können. Wir hoffen, dass sich für dieses wichtige Anliegen Menschen finden lassen, die es finanziell unterstützen. 

Danksagung und Anliegen

Wir danken Gott für seine Fürsorge und seinen Schutz. Wir danken für die Wasser- und Stromversorgung. Wir danken dafür, dass unsere älteren Kinder in guten weiterführenden Schulen zur Ausbildung und zum Abitur untergebracht sind. Wir danken dafür, dass wir das neue Grundstück gefunden haben und anzahlen konnten. Wir danken Gott für unser hart arbeitendes Team in Deutschland. 

Bitte betet für das neue Leitungsgremium im Kinderheim. Bitte betet dafür, dass wir bald die behördliche Genehmigung bekommen, um unser Kinderheim auf dem neuen Grundstück weiterführen zu dürfen. Bitte betet für das Sommerferienlager im August, und für die Reise unserer Gäste aus Entringen. Wir beten für eine gute Reise von Martin und Lena, zwei Vereinsmitgliedern, die uns ebenfalls im August besuchen. Bitte betet für uns als Betreuer und für einen guten Umgang mit den Kindern. Bitte bete für unseren 1. Vorsitzenden, Pfarrer Evans, der  nun einen weiten Weg zu uns hat. 

Mit herzlichen Grüßen, Gott segne euch, 

Samson Agengo und die Nazareth Familie