Rundbrief März 2008 vom Kinderheim

15 März 2008

Einleitung

Wir können diesen Rundbrief nicht beginnen, ohne Gott dafür zu danken, wie er mit unserem Land und unserer Arbeit im Kinderheim umgegangen ist.

Gott ist gut und er liebt. So wie uns das Wort Gottes in Jeremia 29,11 ermutigt: „Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu geben.“ In den letzten Monaten, in denen die Präsidentschaftswahlen im Dezember 2007 zu vielen Unruhen geführt haben, hat sich dieser Bibelvers als wahr erwiesen. Alle Lebensbereiche in Kenia waren von den Unruhen berührt, und keiner wusste, wie das alte Jahr ausgehen und das neue Jahr beginnen würde. Hoffnung kam erst auf, als die beiden konkurrierenden Parteivorsitzenden ein Übereinkommen unterzeichneten.

 

Das soziale Leben im Heim
Hier gibt es ein altes Sprichwort: “Wenn Elefanten kämpfen, kriegt das Gras am meisten ab.” Das haben alle Kenianer während der politischen Unruhen erfahren. Im Januar und Februar 2008 fehlte es nahezu an allen Grundbedarfsgütern. Der öffentliche Verkehr brach zusammen, weil die Busse (Matatus) nicht mehr fuhren. Die Zuckerplantagen blieben leer und es gab keinen Zucker mehr. Büros und Ämter blieben geschlossen, Strom in den Städten fiel aus. Über tausend Menschen sind umgekommen, viele mussten aus ihren Häusern fliehen und leben jetzt in Flüchtlingslagern (Anm. des Vereins).

Im Kinderheim selbst waren wir sicher, keines der Kinder und kein Mitarbeiter wurden verletzt. Als die Unruhen anfingen, waren Weihnachtsferien und die meisten Kinder waren bei Verwandten oder Bekannten in ihren Heimatdörfern, die in der ganzen Region zerstreut liegen. Es war zu gefährlich, um zurück zum Heim zu reisen. Erst als die Politiker in einen Dialog traten, wurde es wieder ruhiger und die Kinder kamen nach und nach ins Heim zurück. Die Kinder und unsere Mitarbeiter können viele Geschichten davon erzählen, was sie alles gesehen und erlebt haben. Diese Situation ist wirklich sehr seltsam für uns alle, denn wir haben so etwas noch nie erlebt. Es hat uns gelehrt, uns in schwierigen Zeiten an Gott zu wenden.

Erziehung und Bildung
In der heutigen Zeit ist es unbedingt nötig, dass jeder, der leben und mit anderen kommunizieren will, Bildung erhält. Es war unser Gebet und unsere Vorstellung, unseren Kindern im Heim soviel Bildung zukommen zu lassen wie nur möglich. Dies wird sie für eine gute Zukunft für den Zeitpunkt stark machen, an dem sie das Heim verlassen. Der einzige Weg, das zu erreichen, ist sicherzustellen, dass jedes Kind in die Schule kommt, und alles zur Verfügung zu stellen, damit es am Lernen Spaß hat. Wie wir Euch schon oft berichtet haben, ist die Entwicklung des Bildungssystems in Kenia schwer einzuschätzen. Der Lehrplan ändert sich jährlich und so ist es schwierig, alle Kinder mit den jeweiligen Büchern auszustatten. Manchmal kommt es vor, dass wir an einem Tag das aktuell vorgeschriebene Buch kaufen und am nächsten Tag die Schule andere Bücher verlangt. Wenn wir dieses Jahr neue Bücher kaufen, kann es sein, dass wir nächstes Jahr wieder alles neu besorgen müssen. Dadurch bleibt für die armen Leute eine höhere Bildung nur ein Traum. Das Bildungsministerium hat keinen sachgemäßen Plan für durchschnittlich begabte Kinder. Die meisten Kinder in den zahlreichen kenianischen Kinderheimen sind sehr langsame Lerner. Das liegt an dem Lebensstil, den sie führten, bevor sie ins Heim kamen. Wir beten, dass die Lehrer diese Kinder zu würdigen wissen und ermutigen, so hart für die Schule zu arbeiten wie jedes andere Kind. Wir sind froh, dass alle unsere Kinder, egal, ob sie im Kindergarten, in der Volksschule oder in der weiterführenden Schule sind, ihr Bestes geben um mit den anderen mitzuhalten.

Gesundheitliche Situation
„O Gott, ich danke dir, dass dein Wille
Liebe statt Hass,
Gesundheit statt Krankheit,
Leben statt Tod ist.“

Mit diesen Worten wollen wir mit Euch den Herrn loben und von ihm erzählen, weil Gott uns wirklich beschützt hat. Wir können sagen „Ebenezer“ = „So weit hat uns der Herr gebracht“. Es ist wirklich erstaunlich, wie treu Gott für uns in Sachen Gesundheit sorgt, gerade weil unser monatliches Budget für Medizin sehr knapp ist. Die Kinder und unsere Mitarbeiter sind meine Zeugen, dass wir nicht viele Fälle von ernsthafter Krankheit hatten. Darum singen wir hier oft mit Freude das Lied „God is good, all the time!“ (Gott ist gut, allezeit). Im Februar 2008 kam der Arzt Dr. Tabu zu dem anstehenden Untersuchungstermin. Bei Violet und Joshua hat er leichte Herzprobleme festgestellt und entsprechende Medikamente verabreicht. Ansonsten konnte er zahlreiche gesundheitliche Verbesserungen feststellen – Gott sei Dank!

Die geistliche Situation im Heim
Wir beten um Gottes Führung und um geistliches Wachstum für alle Mitglieder des Heims, sowohl Kinder als auch Betreuer. Hierzu steht in Jeremia 31,33: „Das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben.“ Das heißt, Gott liegt daran, dass sein Volk ihn besser kennt als irgendjemanden sonst. Wir nehmen dies ernst und möchten den Kindern die Chance geben, Gott kennen zu lernen. Deshalb gibt es jeden Abend eine Gemeinschaftsstunde, in der wir singen und alle Kinder erzählen können und wir zusammen beten. Sonntags können die Kinder in die Sonntagschule gehen. Außerdem veranstalten wir in den April- und in den Sommerferien Freizeitlager mit Kindern aus dem Heim und aus der Nachbarschaft. Das erleichtert es unseren Kindern, neue Freunde aus der Nachbarschaft zu finden. Wir laden immer Kinder und Mitarbeiter aus der Umgebung ein, damit die Camps ein lebhaftes, fröhliches Ereignis werden. Die Reaktionen der Kinder sind ermutigend: viele Kinder freuen sich, dass sie Gottes Wort hören können, und wollen es in die Tat umsetzen. Wir beten für finanzielle Unterstützung, damit jedes Jahr noch mehr Kinder an den Camps teilnehmen können. Wir danken Gott für die Lehrer und Mitarbeiter, die immer bereit sind, bei dieser Arbeit zu helfen. Gott möge sie segnen.

Danksagungen & Gebetsanliegen

  1. Wir danken Gott für Schutz und Versorgung im letzten Jahr.
  2. Wir danken Gott für alle befreundeten Kirchen und Organisationen, die zum Kauf eines neuen Autos beitragen. Wir hoffen, dass wir es schon bald kaufen können. Nach weiteren Erkundigungen haben wir festgestellt, dass es sich lohnt, noch etwas mehr zu sparen.
  3. Gott sei Dank, dass wir die Schulgebühren für die Grundschule und die weiterführende Schule zahlen konnten.
  4. Gott sei Dank für die gute Gesundheit der Kinder und Heimeltern.
  5. Betet für Frieden in unserem Land.
  6. Betet für das April-Camp, dass es sich auf die Kinder positiv auswirkt.
  7. Betet bitte für die zwei Heimkinder, bei denen der Arzt ein leichtes Herzproblem diagnostiziert hat.
  8. Betet für die Kinder, die dieses Jahr die Examen der achten Klasse machen müssen: Pamela, Samrobert, Joyce, Joan, Judith und Gabriel.

Mit herzlichen Grüßen

Samson Agengo und die Nazareth Familie